• carolinehoechtl

EIGENTLICH bin ich glücklich, da ist nur dieses große ABER....

Immer wieder erlebe ich das bei Frauen: sie leben das Familien- oder Beziehungsleben, das sie sich sich immer gewünscht haben, und eigentlich passt auch alles. Bis auf ein leises Gefühl von „Irgendwie müsste ich doch glücklicher sein“, „ist das jetzt alles gewesen?“ „von außen betrachtet ist doch alles perfekt, warum fühle ich mich dann nicht auch so?“


Doch was wäre, wenn man das als einen Ruf in Form von „du bist für mehr gemacht, du hast noch mehr verdient“ versteht, anstatt von „was stimmt nur nicht mit mir?“


Viele Frauen zweifeln an sich selbst und suchen den Fehler bei sich selbst. Andere Personen verstehen überhaupt nicht wo das Problem sein soll. Sie hat einen tollen Mann, vielleicht Kinder, vielleicht noch nicht, sie hat einen guten Job. Es geht ihr gut, sie ist gesund, kann sich Urlaube und andere schöne Dinge leisten... Es gibt keinen Grund unglücklich zu sein, aber glücklich ist man deswegen auch noch nicht. Was gehört wirklich zum glücklich sein?


Nicht umsonst sind Bücher wie „Eat, Pray, Love“ und „Untamed“ Bestseller geworden: weil sich soo viele Frauen damit identifizieren können. Wie Liz Gilbert nachts weinend auf dem Badezimmerboden sitzt und irgendwie doch nicht das Leben will, von dem sie immer dachte sie würde es wollen und es würde sie glücklich machen. Wie viele von uns haben das auch gemacht?Und dann der zuerst einmal lange und steinige Weg zurück zu sich selbst und in die Freiheit.


Unsere Gesellschaft vermittelt uns, dass wir im Außen diese typischen Dinge wie Familie, einen guten Job, ein Haus erreichen müssen und dann würde uns das automatisch auch im Innen glücklich machen. Dem ist aber nicht automatisch so. Nicht weil wir Punkte auf einer To-Do-Liste abgehakt haben, fühlen wir uns erfüllt und glücklich.


Den einzigen Anhaltspunkt, den wir haben, dass etwas nicht stimmt ist dieses Gefühl von Zweifel. Sehr oft wird dieses Gefühl jedoch unterdrückt. „Passt doch alles“, ich weiß nicht was du hast, das bildest du dir nur ein“ sagt vielleicht eine Freundin oder wir selbst zu uns. Und je gefestigter die Strukturen wie Familie, Kinder oder Finanzen sind, desto weniger erlauben wir uns dem Gefühl nachzugehen. Dennoch auf sein Gefühl zu hören und nicht einfach zu leben wie „alle Anderen“ ist unglaublich mutig.


Warum wir nicht glücklich sind kann verschiedene Gründe haben: vielleicht kommt die Individualität der Frau zu kurz, vielleicht ist die Paar-Ebene neben der Eltern-Rolle völlig verschwunden und sie ist nur noch Mutter und funktioniert nur noch, anstatt aufzuleben. Es kann sein, dass einer oder beide Partner Angst haben Nähe zuzulassen und die Beziehung stagniert. Möglicherweise herrscht generell ein unausgewogenes Verhältnis zwischen Nähe und Distanz, Gemeinsamkeit und Individualität, einer klammert, der andere läuft weg. Vielleicht war einer der Partner auch mit einer folgenschweren Entscheidung in der Beziehung nicht im Reinen und das hat zu einem Riss zwischen beiden geführt. Eventuell stimmt aber alles in der Familie und die Frau ist einfach für mehr gemacht und lebt nicht ihr volles Potenzial, kann sich nicht selbst verwirklichen.


Es kann Vieles sein. Aber was immer es auch ist, der Weg da raus ist immer derselbe: wieder zu sich selbst zurück zu finden. Denn letztendlich geht es immer nur um Eines: der Zugang zu sich selbst, der eigenen Innenwelt und der Intuition ist verloren gegangen.

Wenn viele Frauen ehrlich in sich hineinhorchen würden, fühlen sie sich eigentlich emotional verhungert. Sie sind so weit von sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen abgekommen, dass es ihnen schwer fällt diese überhaupt noch wahrzunehmen, geschweige denn auszudrücken und zu erfüllen, weil sie in einem Hamsterrad aus funktionieren-müssen und äußeren Identifikationen gefangen sind.

Wir sind nicht so sozialisiert, uns um uns selbst zu kümmern. Die meisten Frauen geben sich regelmäßig in Beziehugnen selbst auf, einfach weil sie es nicht besser wissen. Wir Frauen sind beziehungsorientiert erzogen, uns wurde vermittelt uns um die Bedürfnisse anderer zu kümmern sei mehr wert als uns um unsere eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Es wird auch vermittelt nicht zu viele Ansprüche zu haben, sonst wäre man schwierig, anstrengend oder zu anspruchsvoll. Wenn wir Grenzen setzen sind wir gleich zickig... und so weiter. Wir sollen nicht uns uns selbst vertrauen, sondern dem was andere sagen. Das Problem ist nur, dass wir das alles so gelebt haben wie es uns vermittelt wird und uns aber nicht glücklich fühlen. Dabei haben wir eigentlich einen sehr guten Kompass, der uns zeigt was wir brauchen und was uns erfüllt: unser Gefühl, unsere Intuition.


Und darum geht es: wieder mehr Selbstvertrauen zu finden und den eigenen Weg zu gehen. Und das kann man wieder lernen. Dabei müssen eventuell Glaubenssätze aufgelöst werden, wie zum Beispiel dass es egoistisch wäre, sich um sich selbst zu kümmern. Das ist nicht wahr, denn wer bringt mehr Licht in die Welt und strahlt mehr Freude auf ihre Familie und ihr ganzes Umfeld aus: die Frau, die sich immer für andere aufgeopfert hat und völlig erschöpft ist, unzufrieden, verbittert und nachtragend anderen gegenüber ist, oder die Frau, die sich selbst ernst nimmt, erfüllt und glücklich das Leben lebt, das ihr Spaß macht und die Dinge tut, die sie gerne tut?

Ja, es klingt paradox, aber dadurch dass wir uns um uns selbst kümmern und „egoistisch“ sind und die Beziehung zu uns selbst verbessern, verbessern wir die Beziehungen zu den anderen Menschen in unserem Leben, weil diese nicht mehr mit unseren Erwartungen und Bedürfnissen belastet sind.


Dazu ist innere Arbeit nötig, aber sie lohnt sich so so sehr. Deswegen kann ich nur jede einzelne Frau bestärken mutig diesen Weg zu gehen!


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