• carolinehoechtl

Manipulation und destruktive Beziehungen

Wir alle geraten manchmal an Menschen, die uns nicht gut tun. Im Berufsleben wie auch privat.

Oft bleibt hinterher nur ein verwirrtes Gefühl von "hä?" und du fragst dich vielleicht wie das denn jetzt passiert ist, dass du zu etwas zugestimmt hast was du eigentlich nicht wolltest. Oder du fühlst dich einfach jedes Mal schlecht und ausgelaugt, nachdem du mit einer solchen Person zu tun hattest und kannst es gar nicht richtig benennen woran das liegt.

Du weißt auch vielleicht gar nicht: ist das wirklich eine destruktive Person oder liegt es vielleicht an mir?

Von manchen Personen können wir uns distanzieren, von anderen jedoch nicht. Wie Arbeitskollegen, Chefs, Familie... Und das ist auch nicht immer nötig. Doch wie mit ihnen umgehen wenn wir mit ihnen in Kontakt sind?


Wichtig ist es zuerst einmal zu wissen, dass wir alle manchmal manipulieren, wie Sautter und Sautter in ihrem Buch „Wege aus der Zwickmühle“ über Doublebind-Kommunikation schreiben. Bei einem Doublebind wird verbal eine andere Botschaft vermittelt als nonverbal. Die meisten Menschen tun dies nicht aus Böswilligkeit, sondern um von ihren wunden Punkten abzulenken. Deswegen hilft das Wissen, dass das nicht gegen dich gerichtet sein muss, sondern eine emotionale Verletzung der anderen Person dahinter steht, die nichts mit dir zu tun hat.


Trotzdem ist es nicht schön manipuliert zu werden.


Wie also Manipulation vermeiden? 1. Manipulationstechniken kennen

Bei Manipulation drückt der andere bewusst oder unbewusst ganz bestimmte "Knöpfe" bei uns und entweder wir reagieren darauf oder nicht. Da viele Menschen die gleichen "Knöpfe" haben, sind es immer dieselben Dinge, die bei Manipulation versucht werden. Diese Strategien zu kennen ist der erste Schritt damit du auch im Gespräch erkennst was abläuft, um anders zu reagieren.

Die Überrumpelungstaktik zum Beispiel: es wird der Eindruck erweckt du oder die andere Person würde unter Zeitdruck stehen, damit du nicht zu viel überlegst. Nüchtern betrachtet stellt man hinterher oft fest, dass eigentlich genug Zeit gewesen wäre in Ruhe alles zu überdenken.

Oder der andere vermittelt dir den Eindruck, dass er dich irgendwie nicht mehr mögen würde oder verärgert wäre, wenn du nicht tust was er möchte. Da das ganz natürlich ist, dass wir gemocht werden wollen, fällt es oft sehr schwer bei sich zu bleiben. Und wenn dann noch ein Hierarchieunterschied zur anderen Person besteht wie beispielsweise dem Chef, dann ist es noch mal schwerer.

Und dann gibt es noch weitere...


2. auf deine Intuition hören


Am wichtigsten ist es jedoch auf deine Intuition zu hören. Für mich ist Intuition das "Wundermittel" gegen Manipulation. Denn schon bevor dein Verstand überhaupt in Worte fassen kann, was nicht stimmt, sagt dir deine Intuition dass sich hier etwas nicht gut anfühlt. Und dieses Gefühl hat einen guten Grund.

Im Laufe der Zeit wurde uns nur abtrainiert auf diese innere Stimme zu hören und je weniger wir auf sie hören, desto weniger nehmen wir sie wahr.


Deswegen ist es ganz normal, dass man sie zuerst wieder trainieren muss. Aber genauso wie wir sie uns abgewöhnt haben, können wir sie uns auch wieder antrainieren.

Am Anfang hilft es immer hinterher zu reflektieren was genau abgelaufen ist und das Gespräch auseinander zu nehmen. Vielleicht auch im Gespräch mit einer guten Freundin oder kompetenten Person. Es ist nur unbedingt wichtig, dass diese Person niemand ist, der dir dein Gefühl ausredet und der Meinung ist man dürfe nicht auf seine Gefühle hören. Es ist auch wichtig diese Stimme zuerst einmal nicht zu bewerten, sondern einfach da sein zu lassen.

Wenn man so seiner innere Stimme Raum gibt und reflektiert, wird irgendwann der Zeitraum zwischen der Manipulation und dem Erkennen immer kürzer und irgendwann merkst du sofort im Gespräch, dass etwas sich nicht gut anfühlt.

Es ist im ersten Moment nicht notwendig auch sofort eine rationale Erklärung parat zu haben, um irgendetwas in Worte zu fassen. Zuerst einmal ist es schon ein großer Erfolg in der Situation die Intuition wahrzunehmen.

Und mit mehr Übung und weiterer Reflektion kommt dann auch bald die Erklärung für den Verstand gleich hinterher.


3. bei sich bleiben


Um seine innere Stimme überhaupt hören zu können, ist es wichtig bei sich zu sein. Denn nur wenn du den Kontakt zu dir selber hältst und nicht mehr beim anderen bist als bei dir selbst, kannst du deine Intuition wahrnehmen.

Auch das ist Übungssache, mich selbst hat es Jahre gekostet wieder mehr bei mir zu sein. Und es ist auch völlig normal, dass es mal klappt und bei anderen Personen (noch) nicht. Hier hilft Meditation und ein guter Kontakt zu seinem Körper. Das kann man wiederum auch durch einen Bodyscan trainieren, wie ich es in meinen Coachings auch mache. Bis du dann auch im Gespräch mit dem Gegenüber immer mal wieder in deinen Körper hineinfühlen kannst, wie es dir gerade geht. Denn unser Körper zeigt uns zum Beispiel durch Verspannungen oft wichtige Dinge auf.


Viel Spaß beim Üben! Und wenn du noch Fragen hast, oder durch ein Coaching tiefer einsteigen möchtest, dann freue ich mich über eine Nachricht!



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