• carolinehoechtl

Was macht eine Frau stark?

Starke Frauen... man sieht sie überall: sie stemmen Gewichte im Fitnessstudio und trainieren härter als die Männer. Sie arbeiten hart und schmeißen nebenbei noch den Haushalt. Treten konfrontativ auf, sagen ihre Meinung und lassen sich nichts bieten.

Sie treten in Konkurrenz mit Männern und gehen keiner Konfrontation aus dem Wege. Wenn es sein muss können sie kämpfen und sind gewappnet. Sie zeigen keine Schwäche.

Ihr inneres Kind, das kleine Mädchen, kann sie dabei aber nicht brauchen. Sie muss still sein.


Ich war das selber alles lange, ich war lange auf der Suche nach dem was mich stark macht. Ich habe Kampfsport gemacht, hart gearbeitet und im Knast mit den ganz harten Männern gearbeitet um mir zu beweisen wie stark ich bin.


Und obwohl ich keine von diesen Erfahrungen bereue und immer noch gerne Krafttraining im Fitnessstudio mache, war all das nicht wirklich befriedigend, sondern einfach nur anstrengend. Und es hat mir nicht das Gefühl verschafft die Kontrolle über mein Leben zu haben, das habe ich erst später gelernt.


Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich möchte nicht so leben, immer kämpfen zu müssen und hart sein zu müssen, keine Schwäche zeigen zu dürfen, das ist ein Kampf gegen sich selber. Es laugt mich auf der einen Seite aus und auf der anderen Seite finde ich stirbt dann ein Teil in mir ab. Der emotionale, mitfühlende und sensible Teil hätte dann keinen Platz mehr. Und der ist aber auch wichtig.


Tatsächlich kannst du aber als Frau sehr stark sein, nur sieht das anders aus, als es uns beigebracht wird oder wir es vielleicht in den Medien vorgelebt bekommen. Statt im Außen zu suchen, findest du diese Stärke in dir selbst.


Sicher gibt es da verschiedene Ansichten und was für die eine das Richtige ist, muss es nicht für die andere sein. Ich möchte hier einfach MEINE Sichtweise teilen, die mir auch am meisten weitergeholfen hat und mich zu einer glücklicheren, lebendigeren Frau gemacht hat und vielleicht hilft dir die eine oder ander Sichtweise weiter.


1. Nein sagen

Nein sagen ist – meiner Meinung nach – eine der kraftvollsten Formen Stärke auszudrücken. Nein sagen zu dem was dir nicht gut tut, nein sagen wenn du etwas nicht tun möchtest, nein sagen wenn sich etwas nicht gut für dich anfühlt.

Einfach nur auf dich und dein Gefühl zu hören, was du gerade brauchst oder was sich richtig anfühlt und was nicht. Damit gewinnst du die Kontrolle über dich selbst zurück und bestimmst was mit dir passiert und was nicht. Denn ein „Nein“ zu anderen ist ein „Ja“ zu dir selbst. Und so findest du Stärke in dir selbst anstatt im Außen.


Ich musste das erst mühsam lernen und die ersten Male waren wirklich schwer und mit Ängsten verbunden. Und auch heute fällt es mir zwar meistens wesentlich leichter, weil ich inzwischen aus Erfahrung weiß wie gut es mir tun wird „Nein“ zu sagen. Dennoch würde ich lügen wenn ich sagen würde, dass es nie mehr unangenehm ist.

Gleichzeitig weiß ich aber dadurch, dass ich „Nein“ sagen kann, dass mich nichts und niemand zu etwas zwingen kann, was ich nicht will. Und dieses Gefühl gibt mir Stärke und ich weiß dass ich für mich sorgen kann.


Und ja, manchmal werden andere Leute das nicht verstehen. Aber das müssen sie auch nicht.

Wenn du xyz nicht willst, weil es sich nicht gut anfühlt, dann ist das Grund genug. Punkt. Die andere Person muss das nicht verstehen, sondern nur aus Respekt akzeptieren. Wir haben alle unsere Eigenheiten und Ecken und Kanten. Mit einem Nein stecken wir nur unseren persönlichen Rahmen um uns und unsere Bedürfnisse ab.

Das macht ja gerade aus wer wir sind und macht uns einzigartig, dadurch werden wir interessant und individuell!

Durch „Nein“ sagen zeigst du Charakter!


Außerdem tust du anderen Menschen auch einen Gefallen wenn du klar auftrittst und Nein sagst wenn du etwas nicht willst, denn sie wollen dir vielleicht auch nichts aufzwingen, das du nicht willst. Nur sind sie keine Hellseher und darauf angewiesen, dass du klar aussprichst was du brauchst. Viele Leute sind dankbar, weil sie dann wissen woran sie sind.

2. Taten sprechen lauter als Worte – Konsequenz


Eine starke Frau weiß dass es nicht darauf ankommt was gesagt wird, sondern was tatsächlich getan wird.

Deswegen ist es wichtig, wenn du „Nein“ gesagt hast und dies auch aus vollem Herzen so fühlst, dass du konsequent dabei bleibst und dass deine Taten zu deinen Worten passen. Gerade am Anfang kann es sein dass Leute das austesten. Und dann solltest du bei dir bleiben und dich nicht unter Druck setzen lassen wenn die andere Person daraus einen Machtkampf macht.


Ein Beispiel: erst letztens habe ich die Arbeit mit jemandem beendet, weil es für mich nicht funktioniert hat. Danach hat die Person mit vermehrten Anrufen, Tränen und allem Möglichen versucht mich wieder davon abzubringen und meine Entscheidung zu revidieren.


Ich habe mich furchtbar unter Druck gesetzt gefühlt. Wenn ich an diesem Punkt zurückgerudert wäre, wäre die Arbeit mit dieser Person glaube ich noch anstrengender gewesen als vorher. Denn meine Person und was ich sage wäre nicht Ernst genommen worden und der andere wüsste ja genau welche Knöpfe er bei mir drücken müsste, damit ich wieder einknicke und er bekommt was er will.


Klar war das unglaublich anstrengend und unangenehm dagegen zu halten. Aber gerade bei Menschen mit denen man weiterhin zu tun hat, finde ich lohnt es sich so den Rahmen ein, zwei Mal abzustecken (öfter ist meistens auch nicht nötig), weil man es dann leichter hat im weiteren Kontakt. Gemäß dem Motto „Short term discomfort for long termin gain“.

Und auch wenn das jetzt hart klingt, kann man in all dem immer noch weiter freundlich und respektvoll bleiben. Wenn die andere Person es darstellt als man wärst du unfreundlich oder gemein, ist das was SIE daraus macht und nicht die Wahrheit. Dann ist es wichtig bei dir und deiner Wahrheit zu bleiben.

3. im Einklang mit den eigenen Gefühlen sein


Stark zu sein bedeutet auch im Einklang mit den eigenen Gefühlen zu sein, sie zu verarbeiten und nicht wegzudrücken. Und selbst emotional für sich sorgen zu können.


Wenn wir mal ehrlich sind ist es manchmal verdammt beängstigend seine Gefühle nicht wegzudrücken, wenn es unangenehm ist. Denn wir haben nicht gelernt mit „negativen“ Gefühlen umzugehen. Wir haben nie gelernt uns selbst emotional aufzufangen und zu regulieren. Nicht umsonst haben wir eine Gesellschaft, die permanent versucht Gefühle zu unterdrücken, durch Konsum, Essen, Drogen, Alkohol, Arbeit, Sport, Freizeitaktivitäten, Sex etc.


Doch was dich und deine Persönlichkeit wirklich stärkt, ist wenn du einen konstruktiven Umgang mit allen deinen Gefühlen lernst. Und gleichzeitig stärkt das auch die Beziehungen zu deinen engsten Vertrauten, weil du sie nicht mehr „benutzt“ um deine Gefühle zu regulieren, sondern das jetzt für dich selbst tun kannst.

Du stehst dann stabiler. Und ein Streit, eine Kritik, eine Enttäuschung etc. kann dir nicht mehr so viel anhaben. Natürlich kann und wird es trotzdem nach wie vor Trigger geben, das ist normal und darf auch sein, es geht schließlich in diesem Leben nicht darum perfekt zu sein. Aber es wird weniger oft sein.

Du kannst dich dann selbst beruhigen und emotional auffangen. Dein inneres Kind an die Hand nehmen, es beruhigen und ihm sagen „es ist alles gut, ich bin für dich da“.

4. Aggression nutzen


Aggression ist ín unserer Gesellschaft nicht gerne gesehen und wird oft unterdrückt. Doch wie alle Gefühle hat Aggression auch ihre Daseinsberechtigung und sie zu unterdrücken führt zu Problemen.


Körperlich manifestiert sie sich oft in Form von Verspannungen im oberen Rücken, den Armen und im Kiefer und kann zu Kopfschmerzen, Taubheitsgefühlen in den Händen, Verdauungsproblemen oder auch dem Gefühl nicht genug Luft zu bekommen, führen.


Manchmal haben wir die Aggression schon so weit unterdrückt, dass wir gar nicht mehr an sie herankommen und uns nie aggressiv oder wütend fühlen, sondern stattdessen zum Beispiel eher traurig werden.

Doch hinter unserer Aggression steckt etwas, das wir nur sehen können wenn wir sie nicht unterdrücken. Oft will sie uns sagen, dass etwas für uns nicht gut ist und einfach nicht passt, dass unsere Grenzen verletzt wurden.


Hinter Aggression steckt auch eine unglaubliche Kraft. Man denke nur mal an eine Raubtiermutter, die ihr Junges beschützt.

Ich war einmal auf einem Frauenseminar und wir haben in der Gruppe unsere Aggressionen gefühlt und körperlich ausgedrückt. Wir alle haben die unglaubliche Kraft gespürt, die uns dieses Gefühl verleiht.

Oft haben Frauen jedoch eher Angst vor ihrer Kraft, weil wir sie im Zusammenhang mit Aggression eher als etwas Destruktives kennen. Das wird sie aber nur wenn sie davor lange unterdrückt wurde. Dann brechen irgendwann durch einen Auslöser unkontrolliert die ganzen aufgestauten Aggressionen der Zeit davor heraus. Deswegen fühlt es sich unverhältnismäßig und übertrieben an.


Du kannst jedoch auch wieder einen gesunden Umgang mit Aggression lernen und diese körperlich oder verbal ausdrücken, ohne damit jemandem zu schaden und so wieder ausgeglichener werden.

5. Nur du selbst bestimmst deinen Wert

Und niemand anders. Kein anderer kann über dich urteilen wenn du es ihm nicht zugestehst. Es fühlt sich zunächst völlig falsch an – zumindest hat es das für mich am Anfang – Zuschreibungen von anderen Leuten einfach zurückzuweisen, wie „du bist egoistisch“ wenn ich eine Grenze gesetzt habe, „du bist empfindlich“ wenn mich etwas verletzt hat oder „du bist anstrengend“ wenn ich gesagt habe dass etwas für mich nicht funktioniert.


Darf ich das denn überhaupt? Oder haben die nicht Recht? Klar fühlt es sich fremd und unsicher an, denn es ist ungewohnt. Als Kind nimmst du dich zunächst nur durch die Augen deiner Eltern wahr und dann ist alles die Wahrheit, was sie über dich sagen weil dein eigenes Ich noch nicht ausgebildet ist. Später als Erwachsene kannst du dann irgendwann lernen zwischen dem Fremdbild – was andere über dich sagen - und dem Selbstbild – wer du in deinen Augen bist - zu unterscheiden. Und zu entscheiden, dass du nur noch das glauben musst was du über dich denkst.


Es macht unglaublich stark und frei bei seiner eigenen Wahrheit zu bleiben und nicht der „Spielball“ von anderen Menschen zu sein. Mir hat es immer geholfen mir innerlich zu sagen „den Schuh zieh ich mir nicht an“. Denn darum geht es: du hast die Wahl was du über dich glaubst.

Und letztendlich ist der einzige Mensch vor dem du Rechenschaft ablegen musst, du selbst und niemand anders. Das wirklich zu fühlen und zu leben kann manchmal ein wenig Arbeit erfordern, aber es ist auf jeden Fall immer möglich!


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